Nitro-News

NitrOlympX 2011 - Tag 2

15. Aug

Nachdem am Samstagmorgen die Strecke nach Präparation und Inspektion "race-ready" war, ging die Jagd um die besten Startplätze für die sonntäglichen Eliminations-Läufe mit Hochdruck in die nächste Runde. Da in einigen Feldern die Zahl der Racer die der Startplätze deutlich überschritt, war schon diese Qualifikation für die Fans auf den sehr gut besetzten Tribünen ein äußerst spannendes Spektakel.

Die Sportsman-Klassen bewiesen großes Geschick darin, sich trotz weniger Versuche schnell auf die Strecke "einzuschießen", und ziemlich dicht an ihre Klassen-Indexzeiten heranzukommen. In den FIA- und UEM-Profiklassen konnten so in strammer Reihenfolge alle vier vorgeschriebenen Qualifikationsläufe absolviert werden. Bei den Top Methanol Funny Cars stellte der Schwede Ulf Leanders mit 5.684 Sekunden und 409,38 km/h einen Streckenrekord auf, der bei einer Wiederholung an diesem Wochenende auch ein neuer Europa-Rekord wäre.

Diese Hürde hat sein Landsmann Peter Svensson am Nachmittag in der Klasse Top Fuel Bike genommen. In einem echten Höllenritt jagte er seine Maschine in 5.964 Sekunden über die 402,33 Meter der Rico Anthes Quartermile des Hockenheimrings. Diese Zeit wurde durch eine am Freitag gefahrene Zeit abgesichert, und ist somit als neuer Europa-Rekord bestätigt. Sollte die, bei diesem Lauf erzielte Geschwindigkeit von 375,55 km/h ebenfalls bei dieser Veranstaltung wiederholt werden, gilt auch sie als neuer Europa-Rekord.

Bei den Top Fuel Dragstern gab es ebenfalls eine Premiere zu vermelden: Zum ersten Mal in der europäischen Drag Racing Geschichte standen Vater & Sohn gemeinsam an der Ampel. Vater Stig und Sohn Kenni Neergard traten in Q4 gegeneinander an. Dänen kennen aber auf der Strecke keinerlei Familienbonus, und so zeigte der Vater dem Sohn mit einer 4.881 gegen 6.303 recht deutlich, wer der Chef im Haus ist.

Um 20 Uhr war es dann wieder soweit: der Startschuss zu einem der absoluten Highlights der NitrOlympX war diesmal ein "Kracher" im wahrsten Sinne des Wortes. Das 1. Kurfürstliche Böllerschützen-Regiment aus Schwetzingen schoss Salut, und dieses Böllern vermischte sich fast nahtlos mit dem Ballern der Top Fuel Dragster bei ihren spektakulären Night-Runs. Die atemberaubende Luft-Akrobatik des Red Bull Air-Race Piloten Matthias Dolderer drückte dann allen Anwesenden minutenlang den Kopf in den Nacken. Eine Funkschaltung zum Piloten, der seine Loopings und Rollen Live kommentierte führte zu wahren Begeisterungsstürmen im Motodrom. Über 2 Stunden reihte sich Attraktion an Attraktion. Fallschirmspringer, die im Motodrom landen, Top Fuel Bike-Racer, die beim Burn Out ins Publikum winken, Raketen Dragster, Car Stunt-Driver, die ihre Kreise zwischen hübschen Cheerleadern drehen, ein Jet-Truck der über fünfzig Meter lange Flammensäulen in die Nacht spuckt, usw. Erst beim traditionellen Abschluss-Feuerwerk kamen einige Besucher wieder zum Durchatmen. Und während die Fans danach noch über die Händlermeile flanierten und an den zahlreichen Imbiss-Ständen feierten, wurde in den Boxen der Teams kräftig geschraubt, um für den alles entscheidenden "Final-Sonntag" gerüstet zu sein.