Wie jedes Jahr fiel am zweiten Septemberwochenende in Santa Pod (GB) die letzte Entscheidung der FIA-Drag-Racing-Europameisterschaft. Die europäische Dragster-Elite traf sich auf der traditionsreichen Strecke zum Saisonfinale – und damit zur letzten Gelegenheit, die Meisterschaftstitel endgültig unter Dach und Fach zu bringen.
Allerdings machte das Wetter den Teams am Sonntag einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Die ungünstigen Bedingungen sorgten dafür, dass die Eliminations erst gegen 17:00 Uhr aufgenommen werden konnten. Für die Finalläufe war damit keine Zeit mehr. Die Meisterschaftspunkte wurden deshalb anhand der Ergebnisse der tatsächlich gefahrenen Eliminationsrunden und der Qualifikation ermittelt.
Top Fuel
In der Top-Fuel-Klasse ging die amtierende Europameisterin Susanne Calin (SWE) mit 225 Punkten ins Saisonfinale. Als Dritte der Qualifikation traf sie in der ersten Runde auf ihre unmittelbare Konkurrentin Jndia Erbacher (CH).
Auf der Strecke hatte zunächst Erbacher die Nase vorn. Mit 3:973 Sekunden fuhr sie die schnellere Zeit gegenüber Calins 4:094 Sekunden. Doch beim Start verlor die Schweizerin entscheidende Zeit: Ihre Reaktionszeit von 0:337 Sekunden war ungewöhnlich lang, während Calin mit 0:146 Sekunden deutlich schneller von der Ampel wegkam.
In der Addition reichte dieser Vorteil für Calin zum Rundensieg – und damit gleichzeitig zum erneuten Europameistertitel. Susanne Calin konnte ihren Titel erfolgreich verteidigen und krönte damit eine starke Saison.
Der Brite Colin Millar beendete die Meisterschaft mit 247 Punkten auf Rang zwei und wurde Vizemeister. Sein Rückstand auf Calin betrug 50 Zähler. Jndia Erbacher kam mit 202 Punkten auf den dritten Gesamtrang. Jndia Erbacher, die das Rennen in Schweden ausgelassen hatte, kam mit 202 Punkten auf den dritten Gesamtrang.
Pro Modified
In der Pro Modified-Klasse gab es dagegen eine Premiere: Mit Andres Arnover trägt sich erstmals ein Fahrer aus Estland in die Siegerliste der Drag-Racing-Europameisterschaft ein.
Der Este zeigte über die gesamte Saison hinweg eine bemerkenswerte Konstanz und sammelte bei allen Veranstaltungen dreistellige Punktzahlen. Am Ende standen 414 Zähler auf seinem Konto – genug, um den amtierenden Meister Jere Rantaniemi (FIN) mit einem Vorsprung von 23 Punkten auf Platz zwei zu verweisen.
Damit geht der Europameistertitel 2026 erstmals nach Estland. Rantaniemi musste sich in diesem Jahr mit dem Vizemeistertitel begnügen. Rang drei der Gesamtwertung ging an den Norweger Stian Rusånes mit 327 Punkten.
Die deutschen Pro-Modified-Piloten Michael Winter und Walter Strobel beendeten die Saison auf den Plätzen 13 beziehungsweise 16. Winter kam auf 124 Punkte, Strobel auf 83 Zähler.
Top Methanol
Besonders spannend verlief die Meisterschaft in der Top-Methanol-Klasse. Der Deutsche Timo Habermann meldete sich nach sechs Jahren Abwesenheit eindrucksvoll auf der europäischen Bühne zurück.
Schon beim Saisonauftakt in England setzte Habermann mit einem Sieg ein Ausrufezeichen. Auch im weiteren Saisonverlauf punktete er bei jeder Veranstaltung solide und hielt damit den Anschluss an die Spitze. Am Ende fehlten ihm lediglich zwölf Punkte zum Titel.
Europameister wurde der Schwede Tony Bryntesson mit 355 Zählern. Habermann sicherte sich mit 343 Punkten den Vizemeistertitel. Wie groß der Abstand zum restlichen Feld war, zeigt der Blick auf Rang drei: Jonny Lagg (SWE) kam auf 223 Punkte.
Der Vorjahreschampion Sandro Bellio (BEL) erwischte dagegen eine etwas durchwachsene Saison. Mit 215 Punkten musste er sich diesmal mit Rang fünf begnügen.
Auch die deutschen Teilnehmer konnten sich im vorderen Teil des Klassements behaupten. Silvio Strauch im Dragster und Jürgen Nagel im Funny Car belegten die Plätze sieben und acht der Abschlusswertung.
Pro Stock
In der Pro-Stock-Klasse führt der Weg zum Europameistertitel erneut über Schweden – und einmal mehr steht Jimmy Ålund ganz oben.
Mit 349 Punkten sicherte sich der Schwede seinen bereits 14. Europameistertitel. Eine beeindruckende Serie, die Ålund damit um ein weiteres Kapitel ergänzte.
Sein Landsmann Robin Norén belegte mit 291 Zählern den zweiten Platz und wurde Vizemeister. Dahinter folgten ebenfalls schwedische Fahrer: Stefan Ernryd kam auf 264 Punkte und sicherte sich Rang drei, während Mikael Malmgren mit 248 Zählern Vierter wurde.
Damit bleibt Schweden auch in der Pro-Stock-Klasse das Maß der Dinge – und Jimmy Ålund einmal mehr der Mann, den es zu schlagen gilt.
